Die Gemäßigte Klimazone

Das Kühle Kontinentalklima

schematisches Beispielklimadiagramm - Kühles Kontinentalklima Allgemeine Merkmale:
  • Temperaturen kühlgemäßigt, starke bis extreme Schwankungen zwischen Winter und Sommer
  • Niederschläge fallen ganzjährig mit Maximum im Sommer

Das Kühle Kontinentalklima wird auch als Landklima bezeichnet.

Begründung der klimatischen Verhältnisse im Kühlen Kontinentalklima am Beispiel Aleksandrovsk
In Aleksandrovsk sind die Temperaturen kühlgemäßigt (-2C). Die Temperaturdifferenz (Amplitude) zwischen dem Maximum im Sommer (18,1C) und dem Minimum im Winter (-21,3C) beträgt 39,4 K! Dies liegt an dem Wärmehaushalt der Landmasse. Sie gibt im Winter viel Wärme ab, da sie diese nicht speichern kann. Die Erdoberfläche kühlt so stark aus. Im Sommer erhitzen sich die Landmassen - die Temperaturen sind hoch. In Aleksandrovsk fallen jährlich 494 mm Niederschlag. Der Sommerniederschlag ist höher (Juni 77,6 mm) als der Winterniederschlag (März 14,5 mm). Durch die starke Erwärmung im Sommer entstehen konvektive Niederschläge, d.h. Warmluft steigt auf, es bilden sich Wolken und es fallen Niederschläge. Im Winter hingegen zieht sich die kalte Luft zusammen, wird schwerer und sinkt so ab. Es entsteht hoher Luftdruck; dabei lösen sich die Wolken auf und es können auch kaum Niederschläge fallen.

Erwärmung - Luftdruckgebiete Das Kühle Kontinentalklima liegt in der Zone der außertropischen Westwinde. Diese bringen hier aber keine Niederschläge mehr wie etwa im Seeklima der Westseiten, sondern sind trocken. Zur Begründung der klimatischen Verhältnisse sollte man den Wärmehaushalt im Kühlen Kontinentalklima näher betrachten. Im Sommer erwärmt sich die Landmasse stark. Die aufsteigende Warmluft führt zur Wolkenbildung (Konvektion) und Niederschlägen. Die Sommer sind also niederschlagsreicher, da hier konvektive Niederschläge fallen. Im Winter kühlt die Landmasse stark aus. Die kalte Luft zieht sich zusammen und bildet ein Kältehoch. Die dabei absinkende Luft führt zur Wolkenauflösung; die Winter sind daher niederschlagsärmer.

Die oben beschriebenen Prozesse sind typisch für ein kontinentales Klima. Es weist große Temperaturamplituden auf. Die Pflanzen, die in den Verbreitungsgebieten des Kühlen Kontinentalklimas wachsen, müssen die kalten Winter überstehen können. Im Sommer sind aber die Temperaturen auch für größere Pflanzen geeignet. An diese Bedingungen sind Nadelbäume gut angepasst. Im Gebiet des Kühlen Kontinentalklimas finden sich also große Nadelwälder; die Vegetationszone heißt Borealer (Nördlicher) Nadelwald, in Rußland wird er auch als Taiga bezeichnet.

Das Kühle Kontinentalklima befindet sich nur auf der Nordhalbkugel, da auf der Südhalbkugel entsprechend große Landmassen fehlen. Klimakarte

Übersicht Kühles Kontinentalklima
bestimmende Druckgebiete/Winde Temperaturen und Niederschläge Vegetationszone
ganzjährig unter Einfluss der außertropischen Westwinde, Winter unter Einfluss von Kältehochs, Sommer wird von Hitzetiefs bestimmt Temperaturen kühlgemäßigt, starke Schwankungen
Niederschläge fallen ganzjährig mit Maximum im Sommer
Borealer Nadelwald, Taiga
Kühles Kontinentalklima in den Klimaklassifikationen
  • Neef: Gemäßigte Klimazone, Kühles Kontinentalklima
  • Köppen: Df (Winterfeuchtkaltes Klima), Dw (Wintertrockenkaltes Klima), teilweise Cf (Feuchttemperiertes Klima)
  • Lauer/Frankenberg: CI2sh (kontinentale, semihumide, warmgemäßigte Mittelbreiten), CII2sh (kontinentale, semihumide, kühlgemäßigte Mittelbreiten), CII1sh (hochkontinentale, semihumide, kühlgemäßigte Mittelbreiten)
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Zum Weiterlesen:
Gemäßigte Klimazone - Kontinentalität, Atmosphärische Zirkulation